Holzboden im ganzen Haus

Holzboden im ganzen Haus

Wir beide sind überhaupt keine Freunde von Fliesen. Das geht sogar soweit, dass wir selbst im Bad darauf verzichten möchten. Stattdessen wollen wir im ganzen Haus einen Holzboden verlegen und zwar überall den selben, so dass man keine Übergänge sieht. Da das gerade im Bad nicht ganz unproblematisch ist, haben wir uns im Fachhandel und bei verschiedenen Herstellern erkundigt. Viele raten generell davon ab, weil es im Gewährleistungsfall sonst nur zu Streitigkeiten führt. Denn stehendes Wasser macht auf Dauer natürlich kaum ein Holzboden mit. Aber man hat uns auch versichert, dass wenn man auf einige Dinge achtet nur ein sehr geringes Restrisiko besteht. Zum einen eignen sich fürs Bad eher harte Holzarten die bei Nässe kaum quellen, z.B. Eiche. Zum anderen empfiehlt es sich den Boden vollflächig mit dem Untergrund zu verkleben. Das allerdings erfordert einen sehr geraden und gleichmäßigen Boden. Deshalb wird bei uns schwimmender Fließestrich eingebracht, der sich durch die Schwerkraft selbst nivelliert. Hoffentlich wird dadurch das Spachteln des Fussbodens überflüssig.

Landhausdiele

Entschieden haben wir uns für eine großformatige Landhausdiele (3-Schicht) in Eiche rustikal mit umlaufender Fase von Puderbach Holzhandel. Die Diele ist 189 mm breit, 1860 mm lang und 15 mm stark. Davon sind immerhin 4 mm Nutzschicht. Das ist schon nicht schlecht. Ich denke nicht, dass wir den Boden jemals abschleifen werden, aber die etwas stärkere Nutzschicht ist einfach widerstandsfähiger. Die Diele wird zudem uv-geölt. Das soll die Vorteile vom Ölen und vom Lackieren vereinen, also die natürliche, matte Optik des geölten Bodens und den Schutz, sowie den geringen Pflegeaufwand des lackierten Bodens. Beziehen werden wir die Dielen direkt vom Hersteller. Wir haben einen Preis von 5.000 € für ca. 150 qm inkl. Lieferung ausgehandelt. Das entspricht einem Quadratmeterpreis von etwas mehr als 33 €. Bei den großen Herstellern bekommt man dafür nicht mal vergleichbares Laminat. Jetzt müssen wir uns nur noch etwas für die Treppenstufen einfallen lassen, damit die möglichst wie aus einem Guss wirken. Da müssen wir noch mal beim Hersteller anfragen, vielleicht bieten die ja was an.

Und so sieht der Boden in natura aus:

Landhausdiele

Im Bereich der Dusche wird dann eine schlichte, flache Wanne in den Estrich eingelassen, so dass diese dann (fast) bodeneben ist. Das gefällt uns besser als eine geflieste bodenebene Dusche und ist auch einfacher sauber zu halten. Außerdem schützt die Wanne, auch wenn es nur wenige Millimeter sind, den Holzboden vor dem Wasser. Der einzige Ort im Haus in dem nicht der genannte Holzboden verlegt wird ist der Technikraum. Dafür wäre er zu schade und auch nicht wirklich praktikabel. Da werden es einfache Fliesen.

P.S. Der Hersteller verschickt bei entsprechendem Interesse auch kostenlos Handmuster und sogar ganze in der Mitte geteilte Dielen um sich ein Bild vom Boden machen zu können.

5 Kommentare in “Holzboden im ganzen Haus

  1. Klaus Heudorfer

    hallo,
    es gibt auch fliesen in holzoptik, gute die haben zwar ihren preis aber sie sind unbedenklich was die feuchtig-
    keit anbetrifft! die stöße bei den verklebten holzdielen werden sehr bald zu sehen sein, außer es sind welche
    wo dies bewußt gemacht wird(angefaßt-seite wie auch stirn!). ich würde mir mal gedanken machen was mit
    dem wasser geschieht, welches hinter den holzboden in den estrich reinläuft und vor allem wie es jemals wie-
    der rauskommen soll! fliesenleger müßen sehr genau darauf achten, daß eine entsprechende abdichtung
    nach unten gewährleistet ist. haben sie oder ihr schreiner auch schon mal daran gedacht? ich habe diesbezüg-
    lich doch schon einige erfahrungen und kenne auch leute, die holz wieder gegen fliesen austauschen! würde
    gerne in zwei, drei jahren nochmal darüber reden, schreiben wollen!
    ….ansonsten viel glück im neuen haus und grüße aus dem süden

    1. Artur Post author

      Hallo. Über Fliesen in Holzoptik haben wir auch kurz nachgedacht, aber es fühlt sich irgendwie falsch an. Wie Weingläser aus Kunststoff. Wir haben es dann auch rasch wieder verworfen. Unsere ausgewählten Dielen haben in der Tat eine umlaufende Fase und sollen regelmäßig mit einem speziellen Öl-Refresher behandelt werden. Zu den Rändern hin soll eine Silikonfuge den Boden verschliessen. Eine hundertprozentige Wasserdichtigkeit wird es nicht geben, aber ebenso sollte es auch keine überlaufenden Wannen und Waschbecken mehr geben. Spritzwasser sollte hingegen kein Problem darstellen. Ein Restrisiko bleibt. Wir können gerne in ein paar Jahren nochmal schreiben. Ich denke wir werden diesen Blog auch über die Fertigstellung hinaus weiter pflegen und berichten wie das mit dem Boden auf Dauer funktioniert. Danke für die Glückwünsche und ebenfalls Grüße aus dem Süden.

  2. Andreas Teich

    Ich würde statt verklebtem Parkett Massivholzdielen wie seit Jahrhunderten üblich auf Holzunterkonstruktion befestigen.
    Estrich macht mMn keinen Sinn, da der Trittschallschutz auch zB durch untergelegte Gummigranulatstreifen gewährleistet wird und genügend Masse durch die Betondecke gegeben ist.
    Holzunterkonstruktion kann leicht selbst verlegt werden, ist günstiger, keine Trockenzeiten und Risiko wie bei Estrich, bessere Dämmmöglichkeiten mit ökologischen Dämmstoffen, leichte Verlegbarkeit von Installationsleitungen-ggf Kreuzunterkonstruktion.
    Holzdielen können verlustfrei wieder abgeschraubt und neu verlegt werden, wesentlich dickere Nutzschicht und über 100 jährige Nutzbarkeit, keine verleimten, risikobehafteten Fugen mit möglicher Delaminierung und Verfärbungen etc. Ich habe auch in eigener Immobilie über 500 qm Massivholzdielen verlegt und in einer vermieteten Wohnung Holzdielen im Bad-seit über 20 Jahren ohne Probleme.
    Besser oxidativ gehärtete Öle verwenden, da die auch partiell selber nachgeölt werden können.
    UV-gehärtete Öle sind industriell günstiger aufzutragen wegen schneller Trocknung-
    aber für den Nutzer nachteilig wegen schlechter Nachbehandlung und verhalten sich eher wie Lack.

    Andreas Teich Gebäude-Energieberatung, Planungsbüro, Bauberatung

  3. helga

    Na ja, der Holzboden ist ja echt gut. In unserem Fall nicht neu, denn das Haus wurde von den Eltern geerbt https://www.schoenleitner-parkett.at/de/verlegung-sanierung/holzbodensanierung/ https://www.schoenleitner-parkett.at/de/verlegung-sanierung/holzbodensanierung/ Da jeder Schritt hörbar war, dazu auch knarrend, haben wir uns für einen gedämmten Unterbau mit Wärme- und Schallschutz entschieden. Die Nachrüstung hat geholfen. Ich höre schon nicht, wie der Mann nachts in die Küche schleicht:) Der Boden ist aber nur in unserem Schafzimmer neu verlegt, für weitere muss man Geld ein paar Groschen zusammenhalten:)

  4. helga

    Solch ein Holzboden hat mich beeindruckt! Etwas dem Laminat ähnlich, aber ganz natürlich! Für unsere Kinderzimmer könnte der super passen! Was wird eigentlich dazu als Dämmung genutzt? Danke für den Tipp!

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