Elektroplanung mit Loxone

Elektroplanung mit Loxone

Nun also zum großen Thema Elektroplanung mit Loxone. Ich weiß gar nicht mehr wie viele Nächte ich mir mit der E-Planung um die Ohren geschlagen habe um möglichst alles zu bedenken. Das Problem ist, dass man anhand eines zweidimensionalen Planes festlegen muss wo sämtliche Schalter, Steckdosen, Lampen und Sensoren sich befinden sollen. In einem Massivhaus erfolgt die finale E-Planung sobald der Rohbau steht. Man kann durch das Haus laufen und sagen, ach hier hätte ich gern dies und dort das. Das geht im Fertighaus leider nicht. Denn sämtliche Unterputzdosen werden schon im Werk an die zuvor definierten Stellen in die Wandelemente eingesetzt. In den Außenwänden erfolgt sogar die Leerverrohrung bereits im Werk.

Komplexer wird die Sache noch durch die Smart Home Features die wir mittels Loxone umsetzen wollen. Dazu gehören:

Beschattung mit Raffstores & Rolläden

  • Beschattung zu Gruppen zusammenfassen und zentral steuern
  • Automatische Beschattung je nach Raumtemperatur, Sonnenstand, Tageslicht und Jahreszeit
  • Sturmschutz: Raffstores fahren bei starkem Wind hoch
  • Zeitabhängiger Automatikmodus z.B. Sichtschutz am Abend

Heizung:

  • Individuelle Temperaturregelung pro Raum
  • Automatische Absenkung der Raumtemperatur bei Nacht oder Abwesenheit
  • Energieeffizienz: Fenster auf -> Heizung aus
  • Fernsteuerung der Heizung per Smartphone
  • Automatische Regelung der Vorlauftemperatur

Beleuchtung:

  • Anwesenheitsabhängige Schaltung: Aktivierung von Grundlicht bei Betreten eines Raums (raumabhängig)
  • Mehr Komfort durch Lichtszenensteuerung
  • “Gute Nacht” ­Taste: Alle Lichter aus im Haus
  • Einsatz von LED­-Streifen zur indirekten Beleuchtung
  • Steuerung der Beleuchtung über Smartphone
  • Dimmbare Grundbeleuchtung im ganzen Haus, Dimmstufe tageszeitabhängig

Zentralfunktion:

  • Zentral-­Aus: Bei Verlassen des Hauses geht das Haus in Standby, Alarmanlage scharf

Sicherheit & Zutritt:

  • Video Gegensprechanlage mit Bild, Ton und Fernzugriff
  • Fernöffnung der Haustüre
  • Zutritt per elektronischem Schlüssel (iButton)
  • Überwachung von Fenster und Türen durch Kontakte
  • Alarmanlage durch Präsenzmelder und Fenster- und Türkontakte
  • Überwachung des Hauses aus der Ferne
  • Anwesenheitssimulation: Vortäuschung von Anwesenheit

Fernsteuerung

  • Fernzugriff über Apps auf Smartphone und Tablet
  • Fernzugriff über Webinterface auf PC

Musik & Medien:

  • Bluetooth & Airplay fähige Anlagen/Lautsprecher im ganzen Haus
  • Zentrales NAS als Medienserver und Backup

Die E-Pläne haben wir auf Wunsch von Bittermann & Weiss als CAD-Datei angeliefert. Das hat zwar etwas gedauert bis man sich als Neuling da eingearbeitet hat, dafür hat man am Ende eine saubere und verbindliche Planung ohne Interpretationsspielraum. Entsprechend ist unsere Planung nach finaler Prüfung durch den Schwiegerpapa auch fast anstandslos durchgegangen. Ein paar Steckdosen mussten wir geringfügig versetzen, weil die zum Teil auf den Rahmen der Wandelemente geplant waren.

Bedienung

Obwohl wir im neuen Haus prinzipiell alles mit dem Smartphone oder Tablet steuern könnten, sollen die wichtigsten Funktionen natürlich auch über Taster zu bedienen sein. Loxone empfielt dabei eine bestimmte Tasterkonfiguration, die wir für uns etwas abgewandelt bzw. optimiert haben. Dabei spielt auch das ausgewählte Schalterprogramm eine Rolle. Wir haben uns nämlich für das Gira Flächenschalter Programm entschieden. Hierbei finde ich optisch besonders schön, dass Taster in einem Mehrfachrahmen keinen Zwischensteg haben. Aber von vorne. Die Empfehlung von Loxone bezüglich Tastenbelegung für jeden Raum sieht wie folgt aus. Man hat einen großen Taster für das Licht bzw. genauer gesagt für die Lichtszenen die man damit durchschalten kann. Einmal drücken schaltet das Licht an und mit jedem weiteren mal schaltet man die Szenen durch. Doppelklick Raum aus. Dreifachklick Haus aus. Wenn jemand da ist der die Belegung nicht kennt, wird er/sie erstmal rätseln wie das Licht wieder ausgeht. Gefällt uns daher nicht so gut. Unter dem Lichttaster ist dann jeweils ein Serientaster für Beschattung und Musik. Dabei werden die Rolläden/Raffstores raumweise zusammengefasst und gesteuert. Wir haben übrigens im gesamten Erdgeschoss und in der Galerie oben Raffstores, und in den Schlafzimmern und im Bad oben Rolläden. Optisch hätte mir besser gefallen wenn wir überall Raffstores gehabt hätten. Aber meiner Frau Caro war besonders wichtig, dass man die Schlafräume komplett abdunkeln kann. Entsprechnd haben wir jetzt eine Mischlösung, die aber von außen doch noch einheitlich daherkommt, weil wir als Lamellenfarbe für beide anthrazit gewählt haben (natürlich aufpreispflichtig).

Die raumzentrale Rollosteuerung behalten wir so bei. Allerdings brauchen wir die Tasten für die Musiksteuerung nicht. Das erscheint uns nicht wirklich praktikabel. Beim Licht werden wir ebenfalls eine andere Lösung umsetzen. Wir planen für (fast) jeden Raum zwei Lichtkonfigurationen: Grund- und Ambientbeleuchtung. Diese sollen auch separat ein- und ausschaltbar sein. Konkret heißt das: Pro Raum gibt es einen Taster mit zwei Tastpunkten. Oben schaltet man immer die Grundbeleuchtung an und auch wieder aus. Unten analog dazu die Ambientbeleuchtung. Mit einem Doppelklick kann man dann Szenen bzw. Dimmeinstellungen durchschalten. Langes Drücken ist fürs dimmen reserviert. Also alles ganz simpel. Im offenen Wohn-Ess-Koch-Bereich werden wir 8 Tastpunkte in einem Doppelrahmen haben. Das sieht dann so aus:

Flächenschalter 8-fach

Von links nach rechts: Licht Küche, Licht Esszimmer, Licht Wohnzimmer, alle Raffstores. Trotz der vielen Funktionen also noch sehr kompakt, was uns ganz wichtig war. In den übrigen Räumen werden wir sogar nur einen Einfachrahmen mit 2 Serientastern und 4 Tastpunkten haben. Also noch kompakter.

In jedem Raum befindet sich außerdem noch ein 1-Wire Temperaturfühler (versteckt hinter dem Taster) und mindestens ein Präsenz-/Bewegungsmelder. Momentan liebäugeln wir dafür mit einem sehr kompakten Radar/Mikrowellen Bewegungsmelder den man sogar vollständig unsichtbar installieren kann. Der funkt nämlich selbst durch eine Rigipsplatte durch. Das sagt zumindest der Hersteller. Mit gerade mal 2,5 cm Bauhöhe passt der selbst in unsere nur einfache Lattung. Ich werde mir mal einen bestellen und das testen. Für umgerechnet gerade mal etwa 12 € kann man nicht viel falsch machen.

Orno-OR-CR-214

Fortsetzung folgt…

9 Kommentare in “Elektroplanung mit Loxone

  1. Andy

    Hi… Ich nochmal… 😉
    Ich nehme an die Steuerung soll über KNX laufen? Zieht ihr extra Leitungen für den Bus oder nutzt ihr die Stromleitungen?
    Und noch eine Frage: Habt ihr euch für oder gegen eine Installationsebene entschieden?
    Ansonsten wie immer? Weiter so! =]

    1. Artur Post author

      Hallo Andy,

      wir werden unsere Elektroinstallation rein mit Loxone umsetzen. KNX war uns zu teuer und eine Mischlösung wollten wir nicht. Aber dazu werde ich die Tage mal noch mehr schreiben. Gerade fehlt nur etwas die Zeit dafür.

      Wir haben uns gegen eine zusätzliche Lattung entschieden. Die hätte nämlich sage und schreibe 2.500 € Aufpreis gekostet. Das waren uns die 3 cm nicht wert. Wir kommen auch so hin. Ich schreibe heute noch einen Beitrag darüber wie wir bei uns die Beleuchtung lösen.

      Grüße

      Artur

      1. Andy

        Ach ja, irgendwie hatte ich im Kopf, dass Loxone einer der KNX Anbieter sei… Irren ist menschlich. 😉
        Wir werden vermutlich auch auf die Installationsebene verzichten. Zu den hohen Kosten kommt auch noch der Verlust von nutzbarem Raum.

  2. Carsten Elkner

    Also ich kann nur sagen, dass in Fertighäusern bzgl. der Elektroplanung mehr Ordnung herrscht und es durch die Vorplanung und den hohen Grad der vorgefertigten Bauweise alles sehr ausführlich im voraus geplant wird.
    Wenn nun jemand sagt… vor Ort kann ich nichts mehr verändern… dann mal meine Gegenfrage:
    Wie stellt sich der Bauherr das vor, wenn vor Ort die Elektroinstallation erst geplant werden soll. Der Elektriker hat bestimmt andere Sorgen, als mit dem Bauherren auf der Baustelle noch einen schönen Tag zu verbringen und die Steckdosen von links nach rechts und den Herdanschluss von rechts nach links zu bringen.

    Merke:
    Eine Vorplanung auf dem Papier sichert die Möglichkeit, Möbel 1:1 einzuzeichnen und daraufhin die Lage der Steckdosen und Schalter etc. festzulegen. Ausserdem können dabei andere Gewerke berücksichtigt werden. Man hat dadurch die beste Planungssicherheit. Das Elektrogewerk ist in 2-4 Tagen fertig, also viel Zeit dazwischen ist eh nicht. Schliesslich hat der Handwerker strenge Zeitvorgaben und die nächste Baustelle wartet schon.

    Wir bieten auch hin und wieder mal eine Installation im konventionellen Bau an. Das Fertighaus ist da in der Planung und Abwicklung um Längen voraus. Wir selbst planen und verkaufen Häuser der Marke GUSSEK.
    Bei Interesse einfach einmal melden oder die Website besuchen. Wir sind in Wiedemar und planen und verbauen das Systeme Loxone.

    Ich hoffe, ich konnte einmal Einblicke geben.
    Viele Grüsse Carsten Elkner.

    1. Artur Post author

      Hallo Carsten, wir haben uns nicht ohne Grund für ein Fertighaus entschieden. Ich bin ein großer Freund von Plänen, habe aber auch einen hohen ästhetischen Anspruch und bin sehr genau. Ich verliere mich in Details und deshalb hat das bei uns auch recht lange gedauert. Im fertigen Haus zu stehen und dann zu entscheiden hätte mir enorm geholfen.

  3. Carsten Elkner

    Hallo Artur,
    danke für Dein Feedback. Man kann auch vorher visualisieren oder auch mit dem Kunden mal eine andere Baustelle besuchen.
    In aller Regel ist jedes Haus schon einmal gebaut worden und der Bauherr hat heute alle Möglichkeiten, sein Haus vorher zu sehen und auch zu betreten. Wichtig ist natürlich auch, dass man einen guten Berater hat und diesem seine Gedanken mitteilt!
    Alles Gute Gruss Carsten!

  4. Jens Rabold

    Hallo Artur,
    Erstmal vielen Dank für die sehr Informativen Beiträge. Ich hab eine Frage, mit welcher Software hast du Elektro Pläne erstellt? vielleicht kannst du die auch hier post oder mir per mail senden.
    Viel Erfolg weiterhin.
    Gruß Jens

    1. Artur Post author

      Hallo Jens,

      entschuldige bitte, dass ich erst jetzt schreibe. Ich komme in letzter Zeit nicht mehr dazu den Blog zu pflegen. Ich habe die E-Pläne mit AutoCAD gezeichnet. Eine 30 Tage Testversion kann man direkt bei Autodesk herunterladen. Die Symbole für die Installation habe ich zum Teil selbst gezeichnet und zum Teil im Netz gefunden.

      Grüße
      Artur

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